🧾 Netto ⇄ Brutto in beide Richtungen

MwSt Rechner

Mehrwertsteuer blitzschnell berechnen: vom Netto- zum Bruttobetrag und zurück – mit 19 % Regelsatz oder 7 % ermäßigtem Satz.

Mehrwertsteuer berechnen

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Mehrwertsteuer in Deutschland: 19 % und 7 %

Die Mehrwertsteuer – juristisch korrekt Umsatzsteuer – wird auf nahezu alle Lieferungen und Leistungen in Deutschland erhoben. Der Regelsteuersatz beträgt 19 %; für Güter des täglichen Bedarfs gilt der ermäßigte Satz von 7 % (§ 12 UStG). Dazu zählen die meisten Lebensmittel, Bücher, Zeitungen, der öffentliche Nahverkehr und Übernachtungen.

Die Formeln

Netto → Brutto: Brutto = Netto × 1,19 (bzw. × 1,07)
Brutto → Netto: Netto = Brutto ÷ 1,19 (bzw. ÷ 1,07)

Der häufigste Fehler beim Herausrechnen: Wer vom Bruttobetrag einfach 19 % abzieht, rechnet falsch. 119 € brutto enthalten nicht 22,61 € MwSt (19 % von 119), sondern 19 € – denn die Steuer wurde auf den Nettobetrag von 100 € erhoben. Deshalb wird durch 1,19 geteilt, nicht 19 % subtrahiert.

💡 Beispiel: Rechnung herausrechnen

Eine Handwerkerrechnung über 238 € brutto (19 %): Netto = 238 ÷ 1,19 = 200 €, enthaltene MwSt = 38 €. Bei einem Restaurantbeleg über 107 € mit 7 %: Netto = 107 ÷ 1,07 = 100 €, MwSt = 7 €.

Wann gilt welcher Steuersatz?

19 % Regelsatz7 % ermäßigter Satz
Elektronik, Kleidung, MöbelGrundnahrungsmittel
Handwerks- & DienstleistungenBücher, Zeitungen, E-Books
Getränke (außer Milch, Wasser)ÖPNV & Bahn-Fernverkehr
Restaurantbesuch (Getränke)Hotelübernachtungen

Für Unternehmer wichtig: Die in Eingangsrechnungen enthaltene Umsatzsteuer kann als Vorsteuer beim Finanzamt geltend gemacht werden. Kleinunternehmer nach § 19 UStG weisen dagegen gar keine Umsatzsteuer aus.

Rechnung richtig schreiben: die Pflichtangaben des § 14 UStG

Der beste Steuersatz nützt nichts, wenn die Rechnung formal kippt – denn ohne ordnungsgemäße Rechnung kein Vorsteuerabzug beim Kunden. Pflichtangaben sind: vollständiger Name und Anschrift von Leistendem und Empfänger, Steuernummer oder USt-IdNr. des Ausstellers, Ausstellungsdatum, fortlaufende Rechnungsnummer, Menge und Art der Leistung, Leistungszeitpunkt, das nach Steuersätzen aufgeschlüsselte Entgelt, der jeweilige Steuersatz und der Steuerbetrag. Für Kleinbetragsrechnungen bis 250 € brutto gelten Erleichterungen: Hier genügen Name und Anschrift des Ausstellers, Datum, Leistungsbeschreibung, Bruttobetrag und Steuersatz – Bons aus der Ladenkasse erfüllen das automatisch. Kleinunternehmer nach § 19 UStG weisen keine Steuer aus und vermerken stattdessen den Hinweis auf die Steuerbefreiung; weisen sie versehentlich doch Steuer aus, schulden sie diese dem Finanzamt. Seit 2025 gilt zudem schrittweise die E-Rechnungspflicht im B2B-Geschäft: Strukturierte Formate wie XRechnung oder ZUGFeRD lösen das PDF ab – Empfangsbereitschaft müssen alle Unternehmen bieten.

Mehrwertsteuer im EU-Vergleich: Wo Deutschland steht

Mit 19 % Regelsatz liegt Deutschland im europäischen Mittelfeld – eher am unteren Rand: Ungarn führt mit 27 %, die skandinavischen Länder und Kroatien verlangen 25 %, Frankreich 20 %; nur Luxemburg (17 %) und Malta (18 %) liegen in der EU darunter. Der deutsche ermäßigte Satz von 7 % gehört ebenfalls zu den niedrigeren. Praktisch relevant wird der Vergleich beim grenzüberschreitenden Einkauf: Im EU-Versandhandel an Privatkunden gilt seit 2021 grundsätzlich die Steuer des Bestimmungslandes (One-Stop-Shop-Verfahren) – der deutsche Kunde zahlt also deutsche 19 %, egal wo der Shop sitzt. Unternehmen wiederum kaufen innergemeinschaftlich netto ein und versteuern den Erwerb selbst. Für die Preiskalkulation deutscher Händler bleibt damit der heimische Satz maßgeblich – und der Rechner oben das Werkzeug der Wahl.

Sonderfälle: 0 %, Differenzbesteuerung und Reverse Charge

Neben 19 % und 7 % kennt das Umsatzsteuerrecht weitere Konstellationen, die im Alltag auftauchen: Für die Lieferung und Installation von Photovoltaikanlagen auf Wohngebäuden gilt seit 2023 ein Nullsteuersatz (§ 12 Abs. 3 UStG) – auf der Rechnung stehen 0 % statt 19 %. Gebrauchtwarenhändler nutzen die Differenzbesteuerung (§ 25a UStG): Besteuert wird nur die Marge zwischen Ein- und Verkauf, ohne offenen Steuerausweis – Vorsteuerabzug ist für den Käufer dann nicht möglich. Und bei grenzüberschreitenden B2B-Leistungen sowie bestimmten Inlandsfällen (z. B. Bauleistungen) greift Reverse Charge (§ 13b UStG): Die Rechnung geht netto raus, die Steuerschuld wandert zum Leistungsempfänger.

Umsatzsteuervoranmeldung: Fristen im Überblick

USt-Zahllast VorjahrVoranmeldungAbgabefrist
über 9.000 €monatlich10. des Folgemonats
2.000 € bis 9.000 €vierteljährlich10. nach Quartalsende
unter 2.000 €keine (nur Jahreserklärung)

Mit der Dauerfristverlängerung verschieben sich alle Termine um einen Monat – Monatszahler hinterlegen dafür eine Sondervorauszahlung von 1/11 der Vorjahressteuer. Die Übermittlung läuft ausschließlich elektronisch über ELSTER.

💡 Beispiel: Der gemischte Beleg im Imbiss

Eine Bestellung zum Mitnehmen kostet 30,30 €: Speisen außer Haus mit 7 % (21,40 € brutto = 20 € netto + 1,40 € USt) plus Getränke mit 19 % (8,90 € brutto = 7,48 € netto + 1,42 € USt). Nur wenn der Beleg beide Steuersätze getrennt ausweist, kann ein Unternehmer beide Vorsteuerbeträge ziehen – ein pauschaler Mischsatz wird vom Finanzamt nicht akzeptiert. Verzehr vor Ort gilt dagegen als Restaurantleistung mit durchgängig 19 %. Einzelpositionen rechnen Sie mit dem Rechner oben in Sekunden nach.

Praktische Tipps zur Mehrwertsteuer

Für Unternehmer ist die Bruttopreis-Kalkulation entscheidend: Wer Endkunden 100 € berechnen will, darf netto nur 84,03 € ansetzen (100 ÷ 1,19) – wer stattdessen 100 € netto kalkuliert und die Steuer „vergisst", verliert real 16 % Marge. Prüfen Sie auf Eingangsrechnungen immer, ob Steuersatz und ausgewiesene Steuer zusammenpassen: Nur formal korrekte Rechnungen (§ 14 UStG) berechtigen zum Vorsteuerabzug.

Die Kleinunternehmerregelung (§ 19 UStG) befreit von der Umsatzsteuerpflicht, solange die Umsatzgrenzen eingehalten werden – attraktiv für Gründer mit Privatkunden, nachteilig bei hohen Investitionen, weil der Vorsteuerabzug entfällt. Ein Wechsel will daher durchgerechnet sein. Für B2B-Geschäfte innerhalb der EU gilt zudem das Reverse-Charge-Verfahren: Die Rechnung geht netto raus, der Leistungsempfänger schuldet die Steuer.

Bei gemischten Belegen – etwa Restaurantrechnungen mit 7 % auf Speisen und 19 % auf Getränke – müssen beide Steuersätze getrennt ausgewiesen werden. Rechnen Sie solche Belege positionsweise mit unserem Rechner nach, statt einen Mischsatz zu schätzen; das Finanzamt akzeptiert nur die exakte Aufteilung.

MwSt-Schnelltabelle für gängige Beträge

Für die schnelle Plausibilitätsprüfung von Belegen – jeweils Netto, Steuer und Brutto bei 19 %:

Netto+ 19 % MwStBruttoBrutto → enthaltene MwSt
50 €9,50 €59,50 €aus 50 € brutto: 7,98 €
100 €19,00 €119,00 €aus 100 € brutto: 15,97 €
250 €47,50 €297,50 €aus 250 € brutto: 39,92 €
500 €95,00 €595,00 €aus 500 € brutto: 79,83 €
1.000 €190,00 €1.190,00 €aus 1.000 € brutto: 159,66 €

Die rechte Spalte zeigt den Klassiker-Fehler auf einen Blick: In 100 € brutto stecken nur 15,97 € Steuer – nicht 19 €. Wer Angebote kalkuliert oder Spesenabrechnungen prüft, sollte sich diese Asymmetrie einprägen. Für alle Zwischenwerte und den ermäßigten 7-%-Satz liefert der Rechner oben das exakte Ergebnis.

Warum dieser Rechner?

Der MwSt Rechner beherrscht beide Richtungen – Aufschlagen und Herausrechnen – mit 19 % und 7 %, zeigt Netto, Steuer und Brutto übersichtlich nebeneinander und vermeidet damit den klassischen Fehler, einfach 19 % vom Bruttobetrag abzuziehen. Für Angebote, Rechnungsprüfung und die Umsatzsteuervoranmeldung.

⚖️ Rechtsgrundlagen & Quellen

🛡️ Zuletzt geprüft: Juni 2026 · Rechengrößen: Stand 2026

Häufige Fragen (FAQ)

Wie rechne ich die MwSt aus einem Bruttobetrag heraus?

Teilen Sie den Bruttobetrag durch 1,19 (bei 19 %) bzw. 1,07 (bei 7 %), um den Nettobetrag zu erhalten. Die Differenz ist die enthaltene Mehrwertsteuer. Einfach 19 % abzuziehen wäre falsch.

Was ist der Unterschied zwischen Mehrwertsteuer und Umsatzsteuer?

Inhaltlich keiner: „Umsatzsteuer" ist der juristische Begriff aus dem UStG, „Mehrwertsteuer" die umgangssprachliche Bezeichnung. Auf Rechnungen sind beide Begriffe und die Abkürzungen USt. bzw. MwSt. üblich.

Welche Produkte haben 7 % Mehrwertsteuer?

Der ermäßigte Satz gilt u. a. für Grundnahrungsmittel, Bücher und Zeitungen, den Personennahverkehr, Bahntickets im Fernverkehr und Hotelübernachtungen. Maßgeblich ist die Anlage 2 zum UStG.

Was ist die Vorsteuer?

Vorsteuer ist die Umsatzsteuer, die ein Unternehmen selbst beim Einkauf zahlt. Sie kann in der Umsatzsteuervoranmeldung mit der eingenommenen Umsatzsteuer verrechnet werden – nur die Differenz geht ans Finanzamt.

Müssen Kleinunternehmer Mehrwertsteuer ausweisen?

Nein. Kleinunternehmer nach § 19 UStG stellen Rechnungen ohne Umsatzsteuer aus, dürfen dann aber auch keine Vorsteuer abziehen. Auf der Rechnung ist ein Hinweis auf die Kleinunternehmerregelung Pflicht.

Wann muss ich die Umsatzsteuervoranmeldung abgeben?

Bei mehr als 9.000 € Zahllast im Vorjahr monatlich, zwischen 2.000 und 9.000 € vierteljährlich – jeweils bis zum 10. des Folgemonats über ELSTER. Mit Dauerfristverlängerung verschiebt sich die Frist um einen Monat.

Was bedeutet Reverse Charge?

Die Umkehr der Steuerschuldnerschaft (§ 13b UStG): Der Leistungsempfänger – nicht der Rechnungssteller – schuldet die Umsatzsteuer. Üblich bei grenzüberschreitenden B2B-Leistungen und Bauleistungen; die Rechnung wird netto mit entsprechendem Hinweis gestellt.

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