✓ Rechengrößen 2026 · Höchstbetrag 135,63 €/Tag

Krankengeldrechner 2026

Wie viel Krankengeld bekomme ich – und wie lange? Berechnen Sie Ihr Krankengeld brutto und netto, inklusive aller gesetzlichen Grenzen und Ihrer voraussichtlichen Bezugsdauer.

Ihr Krankengeld berechnen

Live-Berechnung in Ihrem Browser – keine Datenübertragung.

Wochen

Geben Sie Ihr Brutto- und Nettogehalt ein – das Ergebnis erscheint sofort.

Krankengeld einfach erklärt

Wer länger krank ist, verliert nicht sofort sein Einkommen – aber ein Teil davon fällt weg. In den ersten sechs Wochen einer Arbeitsunfähigkeit zahlt der Arbeitgeber das Gehalt im Rahmen der Entgeltfortzahlung in voller Höhe weiter. Dauert die Krankheit länger, übernimmt ab dem 43. Kalendertag die gesetzliche Krankenkasse und zahlt Krankengeld nach §§ 44 ff. SGB V.

Das Krankengeld ist bewusst niedriger als das bisherige Gehalt – im Schnitt erhalten Versicherte etwa 75 bis 80 % ihres bisherigen Nettoeinkommens. Genau diese Lücke macht unser Rechner sichtbar: Er zeigt nicht nur, was Sie bekommen, sondern auch, was Ihnen im Vergleich zum gewohnten Netto monatlich fehlt. So können Sie frühzeitig planen, ob Rücklagen, eine Krankentagegeldversicherung oder Anpassungen im Budget nötig sind.

So funktioniert die Berechnung

Die Berechnung folgt einem dreistufigen gesetzlichen Schema:

  1. Regelentgelt ermitteln: Ihr regelmäßiges Bruttogehalt wird durch 30 geteilt – das ergibt das kalendertägliche Regelentgelt. Berücksichtigt wird dabei nur Einkommen bis zur Beitragsbemessungsgrenze (2026: 193,75 € pro Tag).
  2. 70-%-Regel anwenden: Das Krankengeld beträgt 70 % dieses Regelentgelts.
  3. 90-%-Netto-Deckel prüfen: Das Ergebnis darf 90 % Ihres kalendertäglichen Nettoentgelts nicht überschreiten. Es gilt immer der niedrigere Wert.
Krankengeld/Tag = MIN( Brutto ÷ 30 × 70 % ; Netto ÷ 30 × 90 % ; 135,63 € )

Vom so ermittelten Brutto-Krankengeld werden anschließend Ihre Beitragsanteile zur Rentenversicherung (9,3 %), Arbeitslosenversicherung (1,3 %) und Pflegeversicherung abgezogen. Kinderlose ab 23 Jahren zahlen in der Pflegeversicherung einen Zuschlag. Beiträge zur Krankenversicherung selbst entfallen während des Bezugs – die zahlt in dieser Zeit die Kasse.

Die wichtigsten Werte 2026 auf einen Blick

RechengrößeWert 2026Bedeutung
Beitragsbemessungsgrenze KV5.812,50 €/MonatMehr Einkommen wird nicht berücksichtigt
Kalendertägliche Grenze193,75 €/TagObergrenze für das Regelentgelt
Höchstkrankengeld brutto135,63 €/Tag70 % von 193,75 € – absolutes Maximum
Höchstkrankengeld/Monatca. 4.069 €135,63 € × 30 Tage
Maximale Bezugsdauer78 WochenJe Krankheit innerhalb von 3 Jahren

Ausführliches Rechenbeispiel

💡 Beispiel: 4.200 € brutto, 2.750 € netto, ein Kind

Schritt 1: Regelentgelt = 4.200 € ÷ 30 = 140,00 €/Tag (unter der Grenze von 193,75 €).
Schritt 2: 70 % davon = 98,00 €/Tag.
Schritt 3: Netto-Deckel: 2.750 € ÷ 30 × 90 % = 82,50 €/Tag. Dieser Wert ist niedriger – er gilt.
Schritt 4: Abzüge: 82,50 € × 12,4 % (RV + AV + PV) = 10,23 €.
Ergebnis: rund 72,27 € netto pro Tag, also etwa 2.168 € im Monat. Die monatliche Lücke zum bisherigen Netto beträgt rund 582 €.

Häufige Fehler bei der Krankengeld-Berechnung

  • „70 % vom Brutto" wörtlich nehmen: Bei den meisten mittleren Einkommen greift in Wahrheit die 90-%-Netto-Grenze – das Ergebnis ist niedriger als erwartet.
  • Die Abzüge vergessen: Das oft zitierte Brutto-Krankengeld ist nicht der Auszahlungsbetrag. Rund 12–13 % gehen noch für Sozialversicherungen ab.
  • Krankmeldung zu spät einreichen: Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung muss der Kasse lückenlos vorliegen. Lücken zwischen Folgebescheinigungen können den Anspruch kosten.
  • Einmalzahlungen ignorieren: Beitragspflichtiges Weihnachts- oder Urlaubsgeld der letzten 12 Monate kann das Krankengeld erhöhen – sprechen Sie dazu mit Ihrer Kasse.
  • Steuererklärung übersehen: Krankengeld ist steuerfrei, unterliegt aber dem Progressionsvorbehalt. Ab 410 € im Jahr besteht Abgabepflicht.

Was passiert nach 78 Wochen?

Endet der Krankengeldanspruch (sogenannte Aussteuerung), sollten Sie sich spätestens drei Monate vorher bei der Agentur für Arbeit melden. Möglich sind dann Arbeitslosengeld I über die Nahtlosigkeitsregelung, eine medizinische Rehabilitation oder – bei dauerhafter Erkrankung – die Erwerbsminderungsrente. Mehr dazu lesen Sie in unserem Ratgeber Krankengeld nach 6 Wochen: Was passiert nach der Lohnfortzahlung?

Krankengeld-Tabelle 2026: Wie viel bekomme ich bei welchem Gehalt?

Die folgende Tabelle zeigt das voraussichtliche Krankengeld für typische Gehaltsstufen – berechnet nach der gesetzlichen Formel (70 % brutto, max. 90 % netto, Höchstbetrag 135,63 €/Tag) und nach Abzug der Sozialabgaben mit einem Kind. Die Netto-Werte sind Richtwerte für Steuerklasse I:

BruttogehaltNetto (ca.)Krankengeld netto/TagKrankengeld netto/MonatLücke/Monat
2.000 €1.480 €≈ 39,03 €≈ 1.171 €≈ 309 €
2.500 €1.780 €≈ 46,94 €≈ 1.408 €≈ 372 €
3.000 €2.060 €≈ 54,32 €≈ 1.630 €≈ 430 €
3.500 €2.350 €≈ 61,97 €≈ 1.859 €≈ 491 €
4.000 €2.620 €≈ 69,09 €≈ 2.073 €≈ 547 €
4.500 €2.890 €≈ 76,21 €≈ 2.286 €≈ 604 €
5.000 €3.140 €≈ 82,80 €≈ 2.484 €≈ 656 €
6.000 € und mehr3.650 €+max. ≈ 119,53 €max. ≈ 3.586 €wächst mit dem Gehalt

Zwei Muster fallen auf: Bei den meisten Gehältern greift die 90-%-Netto-Grenze, nicht die 70-%-Brutto-Regel – das Krankengeld hängt also stärker am Netto als am Brutto. Und ab etwa 5.800 € brutto deckelt die Beitragsbemessungsgrenze: Wer mehr verdient, bekommt trotzdem nicht mehr als das Höchstkrankengeld – die Lücke wächst dann mit jedem Gehaltseuro. Ihre persönlichen Werte mit Kinderzahl und Einmalzahlungen liefert der Rechner oben.

Sonderfälle: Wer bekommt (wie) Krankengeld?

Selbstständige

Freiwillig gesetzlich versicherte Selbstständige zahlen standardmäßig den ermäßigten Beitragssatz ohne Krankengeldanspruch. Anspruch ab dem 43. Tag entsteht erst mit einer Wahlerklärung zum allgemeinen Beitragssatz; wer früher abgesichert sein will (z. B. ab dem 15. oder 22. Tag), braucht zusätzlich einen Wahltarif seiner Kasse. Die Höhe richtet sich nach dem beitragspflichtigen Arbeitseinkommen – also dem Einkommen, aus dem tatsächlich Beiträge gezahlt wurden.

Empfänger von Arbeitslosengeld

Wer während des ALG-I-Bezugs erkrankt, erhält zunächst sechs Wochen Leistungsfortzahlung von der Agentur für Arbeit, danach Krankengeld von der Krankenkasse – in Höhe des bisherigen Arbeitslosengeldes. Die 78-Wochen-Höchstdauer gilt auch hier.

Minijobber und privat Versicherte

Minijobber sind über den Job nicht gesetzlich krankenversichert und haben daraus keinen Krankengeldanspruch – die sechswöchige Entgeltfortzahlung des Arbeitgebers steht ihnen aber voll zu. Privat Versicherte erhalten statt Krankengeld ein Krankentagegeld nach ihrem individuellen Tarif; Höhe und Beginn sind dort frei vereinbart.

Kind krank?

Davon zu unterscheiden ist das Kinderkrankengeld (§ 45 SGB V): Es springt ein, wenn Sie wegen eines kranken Kindes unter 12 Jahren zu Hause bleiben müssen – 2026 für bis zu 15 Arbeitstage je Kind und Elternteil, in Höhe von 90 % des ausgefallenen Nettos.

Checkliste: Die ersten 6 Wochen richtig nutzen

  • Tag 1: Arbeitgeber unverzüglich informieren; ärztliche AU spätestens am 4. Krankheitstag (oder früher, wenn der Vertrag es verlangt).
  • Woche 1: Mit dem Rechner oben Krankengeld und Lücke beziffern; eAU-Übermittlung in der Kassen-App kontrollieren.
  • Woche 3–4: Bei absehbar langer Erkrankung Folgetermine lückenlos vorbuchen; Fixkosten gegen die kommende Lücke stellen und Anpassungen anstoßen.
  • Woche 5: Auszahlschein/Antrag der Krankenkasse ausfüllen – viele Kassen senden ihn automatisch; Bankverbindung und Kinderzahl (PV-Staffel!) prüfen.
  • Woche 6: Letzte Gehaltszahlung kontrollieren; ab Tag 43 zahlt die Kasse – den ersten Krankengeld-Bescheid mit dem Rechnerergebnis abgleichen.

Dynamisierung: Warum Ihr Krankengeld nach einem Jahr steigt

Wenig bekannt, aber bares Geld: Krankengeld wird bei langem Bezug jährlich angepasst (§ 70 SGB IX i. V. m. der Rentenanpassung). Jeweils zum 1. Juli steigt es um denselben Faktor wie die gesetzlichen Renten – zuletzt typischerweise 4 bis 5 % pro Jahr. Wer also seit mehr als zwölf Monaten Krankengeld bezieht, sollte auf dem Kontoauszug die Erhöhung kontrollieren; sie erfolgt automatisch, wird von den Kassen aber gelegentlich erst verspätet umgesetzt. Bei einer Lücke lohnt die freundliche Nachfrage mit Verweis auf die aktuelle Anpassungsmitteilung.

Krankengeld oder Krankentagegeld – was ist der Unterschied?

Die Begriffe klingen ähnlich, bezeichnen aber zwei verschiedene Systeme: Krankengeld ist die gesetzliche Pflichtleistung der GKV mit fester Formel und Höchstbetrag. Krankentagegeld ist eine private Versicherungsleistung mit frei wählbarem Tagessatz – als Hauptabsicherung für Privatversicherte und Selbstständige oder als Zusatzversicherung für gesetzlich Versicherte, die ihre Krankengeld-Lücke schließen wollen. Faustregel für den Bedarf: Nettogehalt minus erwartetes Krankengeld (siehe Lücken-Anzeige im Rechner) ÷ 30 = sinnvoller Tagessatz. Das vereinbarte Tagegeld darf zusammen mit dem Krankengeld das bisherige Netto nicht überschreiten, sonst kürzt der Versicherer.

Praktische Tipps für den Krankengeldbezug

Lückenlos krankschreiben lassen ist die wichtigste Regel: Die Folgebescheinigung muss spätestens am nächsten Werktag nach Ende der vorherigen ausgestellt sein – buchen Sie Arzttermine deshalb im Voraus. Kontrollieren Sie zudem in der App oder telefonisch bei Ihrer Kasse, ob die elektronische AU (eAU) tatsächlich übermittelt wurde; technische Lücken gehen sonst zu Ihren Lasten.

Bescheid prüfen: Vergleichen Sie das von der Kasse berechnete Krankengeld mit dem Ergebnis dieses Rechners. Häufige Fehlerquelle sind vergessene Einmalzahlungen wie Weihnachts- oder Urlaubsgeld – sie erhöhen das Regelentgelt und damit Ihr Krankengeld. Bei Abweichungen lohnt ein formloser Überprüfungsantrag, gegen ablehnende Bescheide steht Ihnen der Widerspruch binnen eines Monats offen.

Finanzlücke planen: Rechnen Sie mit rund 20–25 % weniger als Ihrem gewohnten Netto und mit zwei bis vier Wochen Vorlauf bis zur ersten Zahlung. Wer absehbar länger ausfällt, sollte früh mit Vermieter, Bank und Versicherungen über Anpassungen sprechen – und sich spätestens drei Monate vor einer drohenden Aussteuerung bei der Agentur für Arbeit melden (Nahtlosigkeitsregelung). Das Feld „Wie viele Wochen waren Sie bereits krank?" im Rechner zeigt Ihnen Ihre verbleibende Bezugsdauer auf einen Blick.

Rechtsgrundlagen & Quellen

Dieser Rechner und Ratgeber basieren auf den geltenden Gesetzen und den amtlichen Rechengrößen 2026: § 44 SGB V (Anspruch auf Krankengeld), § 47 SGB V (Höhe und Berechnung), § 48 SGB V (Dauer) sowie der Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnung 2026 des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Ergänzend plausibilisieren wir die Ergebnisse mit den Veröffentlichungen großer gesetzlicher Kassen wie AOK, Techniker Krankenkasse und Barmer sowie des Bundesministeriums für Gesundheit.

Häufige Fragen (FAQ)

Wie hoch ist das maximale Krankengeld 2026?

Das Höchstkrankengeld beträgt 2026 brutto 135,63 € pro Kalendertag, also rund 4.069 € im Monat. Es ergibt sich aus 70 % der kalendertäglichen Beitragsbemessungsgrenze von 193,75 €. Netto bleiben davon nach Sozialabgaben je nach Familienstand etwa 112 bis 119 € pro Tag.

Bekomme ich Krankengeld auch am Wochenende?

Ja. Krankengeld wird für Kalendertage gezahlt, nicht für Arbeitstage. Ein voller Monat wird dabei einheitlich mit 30 Tagen angesetzt – unabhängig davon, wie viele Tage der Monat tatsächlich hat.

Was wird vom Krankengeld abgezogen?

Abgezogen werden Ihre Beitragsanteile zur Rentenversicherung (9,3 %), Arbeitslosenversicherung (1,3 %) und Pflegeversicherung (1,8 %, Kinderlose ab 23 zusätzlich 0,6 %). Krankenversicherungsbeiträge fallen während des Bezugs nicht an.

Zählt Weihnachtsgeld bei der Berechnung mit?

Beitragspflichtige Einmalzahlungen der letzten zwölf Monate vor der Arbeitsunfähigkeit – etwa Weihnachts- oder Urlaubsgeld – können das Regelentgelt und damit das Krankengeld erhöhen. Die genaue Berücksichtigung übernimmt Ihre Krankenkasse.

Wird das Krankengeld während des Bezugs erhöht?

Ja, nach einem Jahr wird das Krankengeld an die allgemeine Lohnentwicklung angepasst (Dynamisierung). Der gesetzliche Höchstbetrag darf dabei aber nicht überschritten werden.

Gilt der Rechner auch für Selbstständige?

Freiwillig gesetzlich versicherte Selbstständige haben nur dann Krankengeldanspruch, wenn sie den allgemeinen Beitragssatz (14,6 %) oder einen Wahltarif gewählt haben. Die Berechnung erfolgt dann aus dem beitragspflichtigen Arbeitseinkommen; der Rechner liefert eine gute Orientierung.

Bekommen Selbstständige Krankengeld?

Nur mit aktiver Entscheidung: Freiwillig gesetzlich versicherte Selbstständige müssen den allgemeinen Beitragssatz mit Krankengeldanspruch wählen (Leistung ab Tag 43) oder einen Wahltarif für einen früheren Beginn abschließen. Ohne Wahlerklärung besteht kein Anspruch.

Was passiert nach 78 Wochen Krankengeld?

Dann endet der Anspruch wegen derselben Krankheit (Aussteuerung). Melden Sie sich spätestens drei Monate vorher bei der Agentur für Arbeit – über die Nahtlosigkeitsregelung (§ 145 SGB III) erhalten Sie Arbeitslosengeld, auch wenn Sie noch arbeitsunfähig sind. Parallel werden meist Reha oder Erwerbsminderungsrente geprüft.

Verwandte Rechner

Passende Ratgeber

Fazit: Das Krankengeld sichert Ihr Einkommen bei längerer Krankheit ab – aber mit spürbarem Abschlag. Mit unserem Krankengeldrechner kennen Sie Ihre Zahlen in Sekunden und können die Einkommenslücke rechtzeitig einplanen. Zur Startseite mit allen Rechnern.